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Jede auch noch so geringfügige Amputation an einer Extremität bedeutet für den Patienten und auch für seine ihm Nahestehenden ein irreversibler Verlust eines Körperteiles und somit auch ein Verlust seiner körperlichen Integrität. Trotzdem
ist es grossartig, wenn durch die Amputation die Lebensqualität wieder verbessert werden kann. Entgegen weitverbreiteter Meinung wird auch die raffinierteste Technik niemals in der Lage sein, diesen Verlust einigermassen vollkommen durch eine Prothese zu ersetzen. Die Prothesenversorgung ist für die meisten Beinamputierten
und ihre Rehabilitation von grösster Bedeutung, kann aber in bestimmten Fällen auch überflüssig sein und die Rehabilitation nur unnötig verzögern und verteuern.
Noch vor einem Jahrhundert war die Gliedmassenamputation in erster Linie eine lebensrettende Massnahme, mit einer erschreckend hohen Sterblichkeitsrate. Dank moderner Anästhesie und Intensivmedizin ist die postoperative Sterblichkeit selbst bei alten Patienten in schlechtem Allgemeinzustand kein besonderes Thema mehr.

Es gilt eine möglichst periphere Amputationshöhe sehr sorgfältig zu wählen, um einen möglichst langen Beinstumpf zu erhalten. ”Die beste Amputation ist keine Amputation” (Prof.Rene Baumgartner). Kann es aber gelingen, einen für eine Oberschenkelamputation vorgesehenen Patienten «nur» im Knie oder sogar im Unterschenkel zu amputieren, soweit auch ein gut belastbarer Stumpf gewährleistet werden kann, so wird es für den Patienten auch in der Handhabung der Prothese wesentlich vereinfacht.